Sozialhilfe - ein System zum Nutzen aller

Botschafterinnen und Botschafter kommen zu Wort

Annemarie Huber-Hotz

Präsidentin Schweiz. Rotes Kreuz

«Die Sozialhilfe als letztes Netz der sozialen Sicherung ist unabdingbar. Es gibt auch in der reichen Schweiz Menschen, die ohne eigenes Verschulden in eine Notsituation geraten, aus der sie sich aus eigener Kraft nicht befreien können. Es ist unsere gesellschaftliche und moralische Pflicht, ihnen beizustehen.»

Felicitas Huggenberger

Direktorin Pro Infirmis

«Wenn Erwerbseinkommen oder Rente nicht zum Leben reichen, brauchen Menschen mit und ohne Behinderung Sozialhilfe. Damit sie nicht in Armut leben müssen. Wird die Sozialhilfe weiter gekürzt, landen sie trotzdem in der Armut.»

 

Martin Klöti

Regierungsrat SG, Präsident SODK

«Die Sozialhilfe ist eine wichtige Errungenschaft. Sie ermöglicht den betroffenen Menschen ein Leben in Würde und verhindert Ausgrenzung und Verarmung. Dies erhöht die gesellschaftliche Stabilität.»

Alec von Graffenried

Berner Stadtpräsident

«Die Sozialhilfe ist ein wichtiger Pfeiler im System der sozialen Sicherung der Schweiz. Sie schützt wirksam vor Armut und Ausgrenzung. Damit die Sozialhilfe ihre Aufgaben erfüllen kann, braucht es ein Zusammenwirken von Kantonen und Gemeinden und einheitliche Standards, wie sie in den Richtlinien der SKOS enthalten sind.»

Christoph Sigrist

Pfarrer des Grossmünsters Zürich

«Schon vor 500 Jahren wurde in Zürich durch den Reformator Ulrich Zwingli und den Rat mit der ersten Almosenordnung der Eidgenossenschaft die Charta der Sozialhilfe in Grundzügen ins Herz geschrieben: Eigenverantwortung durch Bildung und Arbeit, Solidarität durch Geld, diakonisch gewaschen, und aufsuchende Sozialhilfe als Gemeinwesenarbeit.»

Ruth Dreifuss

alt Bundesrätin

«Die Sozialhilfe ist ein Netz für alle, die zu wenig haben: Junge und Alte, Alleinstehende und Familien, arbeitslose Menschen und solche mit zu geringem Einkommen».

Nicolas Galladé

Präsident Städteinitiative Sozialpolitik, Stadtrat Winterthur

«Sozialhilfe wirkt. Sie verhindert, dass Armut weitervererbt wird und gibt Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen eine Chance: Die allermeisten schaffen den Weg in die wirtschaftliche Selbständigkeit.»

Heinz Altorfer

Vizepräsident Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft SGG

«Sozialhilfe schafft für Armutsbetroffene die Möglichkeit, sich durch Beratung, Aus- und Weiterbildung aus ihrer prekären Situation zu befreien, Selbstvertrauen und eine existenzsichernde Anstellung zu finden.»

Beat W. Zemp

Zentralpräsident Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz

«Für Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien ist die Sozialhilfe besonders wichtig. Sie sollen ohne Benachteiligung aufwachsen können und ihr Begabungspotenzial voll entfalten, um später ihren Lebensunterhalt selber verdienen zu können.»

Anne-Claude Demierre

Staatsrätin FR, Vize-Präsidentin SODK

«Ein Drittel der Menschen, die Sozialhilfe beziehen, sind Kinder oder Jugendliche. Sie brauchen einen geeigneten Rahmen, um sich zu gesunden und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln zu können. Die Sozialhilfe unterstützt sie darin, ihre Potenziale zu entfalten und sich so später aus der Armut zu befreien.»

Mario Fehr

Mario Fehr

Regierungsrat ZH, Vorstandsmitglied SODK

«Ein Wettbewerb um die tiefsten Sozialhilfeleistungen ist schädlich und untergräbt die Solidarität unter den Kantonen und Gemeinden. Deshalb braucht es Richtlinien, die schweizweit zur Anwendung kommen.»

Marianne Lienhard

Regierungsrätin GL, Vorstandsmitglied SODK

«Wer Sozialhilfe benötigt, ist verpflichtet, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und transparent über seine Situation und seine Einkommensverhältnisse zu informieren. Wer die Zusammenarbeit verweigert oder sich nicht an Abmachungen hält, muss mit Sanktionen rechnen.»

Christoph Eymann

SKOS-Präsident und Nationalrat

«Eine starke Sozialhilfe ist für mich entscheidend, damit die Betroffenen in Würde leben können».

Christoph Amstad

Regierungsrat OW, Vorstandsmitglied SODK

«Mit gezielten Massnahmen und mit Anreizen wird die Arbeitsmarktintegration jener Menschen gefördert, die arbeiten können. Dies entlastet die Sozialhilfe. Nur: Ein Grossteil der Sozialhilfeempfänger sind niedrig qualifiziert. Längst nicht alle finden eine neue Stelle.»

Susanne Schaffner

Susanne Schaffner

Regierungsrätin SO, Vorstandsmitglied SODK

«Scheidung oder Trennung, Langzeitarbeitslosigkeit und Schicksalsschläge sind Risiken, die jede und jeden treffen können. Diese Risiken sind nicht durch Sozialversicherungen gedeckt. Deshalb braucht es die Sozialhilfe.»

Esther Waeber-Kalbermatten

Staatsrätin VS, Vorstandsmitglied SODK

«Wieviel Geld für Gesundheit, Miete und den Alltag notwendig sind, wird nach klaren Regeln von Fachpersonen ermittelt und anhand von objektiven Kriterien beurteilt. Leistungen werden – wie letztmals 2016 – angepasst, wenn sich die Umstände ändern und ein entsprechender Bedarf festgestellt wird.»

Jean-Nathanaël Karakash

Staatsrat NE, Vorstandsmitglied SODK

«Rund ein Viertel der Sozialhilfebeziehenden arbeitet, verdient zu wenig und gehört damit zur Gruppe der Working Poor. Auch sie verdienen ein Leben mit Würde – dabei unterstützt sie die Sozialhilfe.»

Pierre-Yves Maillard

alt Staatsrat VD, Präsident Schweizerischer Gewerkschaftsbund

«Es braucht deutlich mehr Investitionen in die Aus- und Weiterbildung, damit Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger bessere Chancen haben auf dem Arbeitsmarkt.»

Kurt Fluri

Nationalrat, Präsident Schweizerischer Städteverband

«Damit die Sozialhilfe funktioniert, braucht es ein solidarisches und föderales Zusammenwirken von Kantonen, Städten und Gemeinden.»

Corine Mauch

Stadtpräsidentin Zürich, Vize-Präsidentin Schweizerischer Städteverband

«Die Städte stehen für eine verlässliche und faire Sozialhilfe ein. Ein tragfähiges Netz für die Schwächsten ist die Basis für unser gutes und erfolgreiches Zusammenleben.» 

 

Elisabeth Baume-Schneider

Elisabeth Baume-Schneider

SKOS-Vizepräsidentin, Direktorin EESP Lausanne

«Die Sozialhilfe ist viel mehr als eine finanzielle Hilfe. Sie ermöglicht mit den Menschen, die mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, in Verbindung zu bleiben. Diese soziale Beziehung liegt in unserer Verantwortung.»

Therese Frösch

Therese Frösch

ehemalige Co-Präsidentin SKOS

«Die Aufwendungen für die soziale Sicherheit betragen 170 Milliarden Franken pro Jahr. Die Sozialhilfekosten liegen bei 2,7 Milliarden - gerade einmal 1,6 Prozent der Gesamtkosten. Die Sozialhilfe ist damit ein sehr effizientes und kostengünstiges System der Armutsbekämpfung.»

Cyrill Wiget

Gemeindepräsident Kriens, Vorstand Schweizerischer Städteverband

«Erfolgreiche Sozialhilfe braucht die Zusammenarbeit von Kantonen, Städten und Gemeinden und von Behörden und Klienten.»

Felix Wolffers

ehemaliger Co-Präsident SKOS

«Die Sozialhilfe ist eine Volksversicherung für alle Risiken, die nicht durch die Sozialversicherung gedeckt werden. Diesem wichtigen Pfeiler der sozialen Sicherheit gilt es Sorge zu tragen.»

Jean-Daniel Gerber

Präsident Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft

«Ein Wohlfahrtsstaat wie die Schweiz darf sich Armut nicht leisten. Die Sozialhilfe ist ein geeignetes Mittel, damit alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben können.»

Petra Bättig

Stadträtin Uster, Abteilungsvorsteherin Soziales

«Die Stärke der Sozialhilfe ist, dass sie Hilfe zur Selbsthilfe bietet: Die betroffenen Menschen werden dabei unterstützt, ihr Leben möglichst rasch wieder selbstständig und selbstbestimmt zu führen.»

Christoph Brutschin

Regierungsrat BS

«Einheitliche Sozialhilfe-Richtlinien sind das Ergebnis eines urschweizerischen, föderalen Projekts, das die Solidarität unter Kantonen und Gemeinden sicherstellt. Den Betroffenen bedeuten sie Verlässlichkeit und Anstand.»

 

Regula Dell’Anno-Doppler,

Vizeammann Baden, Grossrätin Kanton Aargau

«Bei der Materiellen Hilfe geht es nicht darum, Gelder zu verwalten, sondern die Betroffenen zu befähigen, ihre Selbstständigkeit aufrechtzuerhalten oder wiederzuerlangen. Nur so ist Sozialhilfe nachhaltig.»

Peter Gomm

ehemaliger Regierungsrat SO, ehemaliger Präsident SODK

«Die Schweiz schafft es, Menschen nicht auszugrenzen, indem sie ein unterstes Netz zur Verfügung stellt, das ihnen ein Mindestmass an Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ermöglicht.»

Martin Merki

Vorstandsmitglied Städteinitiative Sozialpolitik, Stadtrat Luzern

«Die meisten Menschen in der Sozialhilfe haben das Ziel, möglichst schnell wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb braucht es verlässliche Standards und eine vernünftig ausgestaltete Sozialhilfe.»

Paolo Beltraminelli

alt Staatsrat TI

«Für die meisten Menschen leistet die Sozialhilfe eine vorübergehende Unterstützung. Sie gibt ihnen den existentiellen Boden und bietet die nötige Beratung, damit sich die Betroffenen auffangen und so ausrichten, dass sie später wieder auf eigenen Beinen stehen.»